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Wie
kaum ein anderes Gemüse kann die Kartoffel stolz auf eine lange,
wenn auch nicht immer ruhmreiche Geschichte zurückblicken. Für
die Ureinwohner Südamerikas hatte die Erdfrucht eine so große
Bedeutung, daß sie sogar Künstler inspirierte. Sie formten
Tonkrüge in Kartoffelform und Kartoffeln aus Stein, wie Entdeckungen
in 8000 Jahre alten Gräbern in Peru bestätigen. 1756 zwang Friedrich der Große per "Kartoffelbefehl" die Bauern zum Anbau dieser Pflanze. Nachdem die Kartoffeln nun mehr oder weniger freiwillig akzeptiert wurden, begann im ganzen Lande der Anbau der genügsamen Pflanze. Zunächst wurde jedoch die Kartoffel von der Aristokratie einfach verschmäht. War man sich doch zu fein, dasselbe zu essen wie das gewöhnliche Volk. Erst als ein gewisser Parmentier die Kartoffel gesellschaftsfähig machte, indem er sie mit kostbaren Zutaten wie etwa Trüffel adelte, kam sie unter dem Titel Mirette auch in höheren Kreisen zu Ehren. Was Parmentier auf die Idee mit den Trüffeln brachte , weiß freilich heute niemand mehr. Doch wir vermuten, es könnte die große Ähnlichkeit der Kartoffelknolle mit dem König aller Pilze gewesen sein, weshalb sie in Italien ursprünglich Taratouphli hieß. Auguste Escoffier machte aus der Kartoffel ebenfalls eine Delikatesse. Er scheute sich sogar nicht, seine Brandteig-Kartoffeln, die er für den Prinzen von Wales kreierte, nach seinem Gast zu benennen: Kartoffeln Dauphin, zu deutsch Thronfolger Kartoffeln. Besagter Escoffier erfand um 1860 überdies die Herzoginkartoffeln, die auch ihren Namen der Person zu verdanken hat, für die sie bestimmt waren: der Herzogin von Kent. Nun wurde die Kartoffel endlich als das anerkannt, was sie ist: einfach unentbehrlich. Anno
1875 muß es ziemlich verwirrend gewesen sein, wurden doch auf der
großen Altenburger Ausstellung 2644 verschiedene Kartoffelsorten
präsentiert. Heute gibt es zwar immer noch 130 verschiedene Sorten,
aber nur etwa 40 davon haben als Speisekartoffeln Bedeutung. Um für
die jeweilige Speise die richtige Knolle zu finden, werden Kartoffeln
nach ihren Kocheigenschaften in drei Gruppen eingeteilt:
Neben den unterschiedlichen Kochtypen sind für Kartoffelzüchter
das Aussehen und ein guter Geschmack wichtige Zuchtkriterien. Neben den
vielen bekannten Sorten sieht man in jüngster Zeit auch lila Kartoffeln.
Ursprünglich kommt diese Kartoffelsorte aus Indochina. Die als Süßkartoffel
bekannten stärkereichen Knollen gehören zur Familie der Windengewächse
und sind daher nicht mit dem Nachtschattengewächs Kartoffel verwandt. Wir
hoffen das Ihnen der kleine Streifzug rund um die Kartoffel auf unsere
in der Küche hergestellten Kreationen neugierig gemacht hat und wünschen
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